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      Aachen, 06. November 2015

      Brasilien: Gewalt gegenüber Indigenen nimmt zu

      (Aachen, 06. November 2015) Das katholische Werk für Entwicklungszusammenarbeit MISEREOR weist auf die zunehmende Gewalt gegen die indigenen Guarani in Brasilien hin. Durch eine anstehende Verfassungsänderung droht Indigenen de facto die Enteignung ihres angestammten Landes.

      Während am Wochenende mit den Indigenen Weltspielen in Brasilien demonstrativ ein buntes und friedliches Sportfest indigener Völker gefeiert wurde, spitzt sich die Lage für viele indigene Gruppen zu. "In den vergangenen zwölf Jahren wurden über 570 Indigene im Kampf um ihr Recht auf Land ermordet, über die Hälfte davon im Bundesstaat Mato Grosso do Sul", erklärt MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel. Erst Ende August wurde der bekannte Guarani-Vertreter Semião Vilhava ermordet, im Oktober wurden zwei Jugendliche bei einem bewaffneten Angriff verschleppt. "Diese systematische Gewalt gegenüber Indigenen darf die brasilianische Regierung nicht dulden", betonte Spiegel am Freitag.

      Verfassungsänderung gefährdet Landrechte

      Hintergrund der Welle von Übergriffen sind Landkonflikte zwischen indigenen Gemeinden und Großgrundbesitzern. Im Jahr 2007 hatte sich die brasilianische Regierung zwar verpflichtet, den Guarani einen Teil ihres angestammten Landes im Bundesstaates Mato Grosso do Sul zu überlassen - doch aufgrund des massiven Widerstands von Plantagenbesitzern wurden die Zuweisungen nur selten umgesetzt. "Bisher garantiert die brasilianische Verfassung indigenen Gruppen das Recht auf Land, doch eine Gesetzesinitiative, die Ende des Monats in die entscheidende Phase geht, droht dieses Schutzrecht zu gefährden", betont Flávio Vicente Machado, Regionalkoordinator bei der MISEREOR-Partnerorganisation CIMI, der Fachstelle der katholischen Kirche für Indigenenfragen. Die Zuständigkeit für die Ausweisung der Schutzgebiete könnte in Zukunft nicht mehr bei der Regierung, sondern beim Parlament liegen, in dem Vertreter der Agrarlobby die Mehrheit ausmachen.

      Regierung muss Indigene vor Gewalt schützen

      Auch der CIMI, der sich seit 1972 für die Rechte Indigener in Brasilien einsetzt, werde wegen seines Einsatzes für die indigene Bevölkerung von politischen Vertretern der Agrarlobby angegriffen, Machado berichtet von kriegsähnlichen Zuständen in Mato-Grosso do Sul. "Die brasilianische Regierung muss auch die jüngsten Morde aufklären, die Rechte der Indigenen garantieren und Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Gemeinden einleiten", betonte Pirmin Spiegel. Auch die Ausweisung der Guarani-Gebiete müsse weiterhin ernsthaft verfolgt werden.

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