Aachen, 16. November 2015

Ob durch Dürre oder Flut - akute Hungersnöte in Kenia und Malawi

Prekäre Ernährungslage in Kenia und Malawi

(Aachen, 16. November 2015) Die Nachwirkungen von Überschwemmungen in Malawi und von Dürre im Norden Kenias haben zu gravierenden Ernteausfällen und Hungersnöten geführt.  MISEREOR fördert Nothilfemaßnahmen und ruft zu Spenden auf. "Es besteht dringender Handlungsbedarf! Jede Hilfe ist in dieser Situation lebensrettend", sagte MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel am Montag in Aachen.

Zum Jahresbeginn 2015 kam es in 15 der 28 Distrikte Malawis zu außergewöhnlich starken Regenfällen und großflächigen Überschwemmungen, vor denen 230.000 Menschen fliehen mussten. Nicht nur Behausungen und Infrastruktur wurden zerstört, auch 64.000 Hektar Ackerland wurden überflutet. "Aufgrund seiner Lage ist Malawi anfällig für Überschwemmungen. Diese haben aber immer gravierendere Auswirkungen für die Bevölkerung des Landes, die zu 80 Prozent von der Landwirtschaft lebt. Die Nahrungsmittelproduktion wird im Tiefland immer wieder durch Fluten zerstört, besonders schlimm Anfang 2015", sagte Thorsten Nilges, MISEREOR-Länderreferent für Malawi. Aufgrund der daraus resultierenden enormen Ernteausfälle seien bis März 2016 über 2,8 Millionen Menschen auf Nahrungshilfe angewiesen.

Im Norden Kenias wären die Menschen dankbar für etwas Regen gewesen. Ihnen hatten Meteorologen als Folge des Wetterphänomens El Niño für Anfang Oktober besonders starke Regenfälle vorausgesagt. Viele Kleinbäuerinnen und Kleinbauern im Flachland Nordkenias verschuldeten sich, um Saatgut zu kaufen und ihre Felder früh zu bestellen. "Statt der angekündigten Regenfälle herrschte jedoch absolute Dürre", berichtete MISEREOR-Länderreferentin für Kenia Barbara Schirmel von vor Ort. Während einige Teile nach wie vor unter der Dürre leiden, wurden andere Gebiete nun von starken Regenfällen überflutet. "Insgesamt haben die Wetterextreme zu sehr hohen Ernteausfällen geführt. Bereits jetzt gibt es Todesfälle durch Unterernährung zu beklagen", so Schirmel.

150.000 Euro Nothilfe für Nahrungsmittel

Aufgrund dieser Notsituation mobilisiert das katholische Werk für Entwicklungszusammenarbeit 100.000 Euro für unmittelbare Hilfsmaßnahmen in Nordkenia. Mit diesen Zeichen der Solidarität stellt der MISEREOR-Partner PACIDA in der Diözese Marsabit im Nordwesten Kenias kurzfristig Grundnahrungsmittel (z.B. Öl, Bohnen, Salz) und Nahrungsergänzungsmittel für 27.000 Menschen bereit. Die Nothilfe für Malawi hat im November begonnen. MISEREOR wird dort mit 50.000 Euro die nationale Caritas bei der Bereitstellung von Nahrungsmitteln und neuem Saatgut für über 60.000 Menschen unterstützen.

"Unser Ziel ist es zunächst, durch unmittelbare Hilfe das Leben vieler Menschen zu retten", betonte Pirmin Spiegel. "Darüber hinaus stärkt die Projektarbeit die Fähigkeiten der Menschen, bei zukünftigen Dürren oder Flutkatastrophen Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel wie das Anlegen von Untergrundtanks und künstlicher Wasserteiche oder die Verwendung von energiesparenden Öfen und Solarlampen in die Wege zu leiten."

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