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Aachen, 11. Februar 2016

MISEREOR: Niemand der Verantwortlichen denkt an die vielen Menschen, die dort leben!

Vorschau auf Fastenaktions-Eröffnung: Armut und Menschenrechtsverletzungen in Brasilien im Mittelpunkt

(Würzburg, 11. Februar 2016) Mit eindringlichen Worten  haben die Bischöfe Friedhelm Hofmann und Erwin Kräutler sowie Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer von MISEREOR,  zu Beginn der Fastenzeit mehr Solidarität und Verantwortung in der Sorge um das "gemeinsame Haus" gefordert. Anlässlich der aktuellen MISEREOR-Fastenaktion begrüßte Bischof Friedhelm auf einer Pressekonferenz die brasilianischen und deutschen Gäste in seinem Bistum, wo am Sonntag, 14. Februar, die 58. MISEREOR-Fastenaktion bundesweit eröffnet wird - die ARD überträgt den Gottesdienst live.

"Wir freuen uns besonders, dass das Bistum Würzburg für die Eröffnung der Fastenaktion ausgewählt wurde, weil es in diesem  Jahr eine gemeinsame Fastenaktion mit der brasilianischen Bischofskonferenz und dem Rat der christlichen Kirchen in Brasilien gibt", sagte Hofmann. Erstmals richten damit Brasilien und Deutschland zum gleichen Thema und unter dem gleichen Leitwort eine gemeinsame Kampagne aus: "Das Recht ströme wie Wasser".

Pirmin Spiegel, MISEREOR-Hauptgeschäftsführer,  war  live aus Brasilia zugeschaltet - hier nimmt er an den Eröffnungsveranstaltungen der brasilianischen Fastenaktion teil. Bei einem Treffen mit der brasilianischen Staatspräsidentin Dilma Roussef habe diese sich insbesondere für die Lebensbedingungen der Menschen interessiert, die in Sao Paulo keinen Zugang zu menschenwürdigem Wohnraum hätten und unter äußerst schlechten Rahmenbedingungen, oft ohne Wasser, Strom und funktionierende sanitäre Grundversorgung leben müssten. Die Fastenaktion in Brasilien sei mit Fernsehübertragungen und vielen politischen Aktionen am Aschermittwoch erfolgreich gestartet.

Bischof geißelt Gewinnmaximierung

Der Altbischof von Xingu am Amazonas, Erwin Kräutler, dankte MISEREOR für seinen jahrelangen Einsatz und die Unterstützung für Bedürftige in Brasilien: "Jeder bei uns in Brasilien kennt MISEREOR, weil dieses Hilfswerk seit vielen Jahren enorme Unterstützung leistet, ohne die es häufig gar nicht geht." Zugleich beklagte Kräutler das für Brasilien typische Verfahren von Investoren, Politikern und internationalen Konzernen, bei Großprojekten wie etwa der flächendeckenden Abholzung des Regenwaldes oder dem Bau riesiger Staudämme nicht auf die Bedürfnisse der Betroffenen zu schauen, sondern nur nach Gewinnmaximierung zu streben: "An die Menschen, die dort leben, denkt niemand. Sie werden vertrieben, sie werden umgesiedelt, ihr Land wird zerstört. Es ist eine Schande." Er hoffe, dass es dank der MISEREOR-Fastenaktion und weiteren  Kampagnen gelingt, den geplanten Staudammbau am Rio Tapajos zu verhindern.  MISEREOR und die brasilianischen Kirchen haben das Staudammprojekt am Zufluss des Amazonas sowie die Wohnraumsituation von über 2 Millionen Bedürftigen in  Sao Paulo ins Zentrum ihrer gemeinsamen Fastenaktionen gestellt. Höhepunkt der MISEREOR-Fastenaktion ist der fünfte Fastensonntag am 12. und 13. März, an dem in allen katholischen Kirchengemeinden für die weltweite Arbeit von MISEREOR gesammelt wird.

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