Bonn/Aachen, 17. November 2017

MISEREOR-Bilanz zur Klimakonferenz COP23 in Bonn

Deutschland muss ambitionierter werden!

(Bonn/Aachen, 17. November 2017) MISEREOR wertet die Ergebnisse der heute zum Abschluss kommenden Klimakonferenz COP23 in Bonn als nicht ausreichend im Kampf gegen den Klimawandel, da wesentliche Rahmenbedingungen zum Schutz der am meisten Betroffenen noch immer fehlen. "Wir brauchen klare Regeln, damit das Pariser Abkommen funktionieren kann, keine Absichtserklärungen. Während der Verhandlungsprozess nur langsam voran schreitet, leiden Menschen in Bangladesch, den Philippinen und in den Pazifikstaaten täglich unter den schwerwiegenden Folgen des Klimawandels", betont MISEREOR-Chef Pirmin Spiegel am Freitag.

Hauptziel der Konferenz war es, ein Regelbuch für das Pariser Abkommen auf den Weg zu bringen. Dazu gehören die Spielregeln für die Berichterstattung über die Klimapolitik aller Vertragsstaaten und das Verfahren, die eigenen Klimaschutz-Ziele stetig zu verbessern. Vor allem die Länder des Globalen Südens forderten in Bonn ein, dass zu glaubwürdigem Klimaschutz auch die Bereitstellung finanzieller Mittel gehöre. "Auch wir erwarten für die Beratungen im kommenden Jahr mehr Bereitschaft, die Klimapolitik den Versprechungen anzupassen und betroffenen ärmeren Nationen  deutlich mehr Geld für die Anpassung an den Klimawandel bereit zu stellen", so Pirmin Spiegel. Die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) und eine größere Solidarität erforderten diese Schritte.

Wenig Fortschritte bei Unterstützung der Betroffenen

Vor allem bei der Klärung der Frage, wie die internationale Gemeinschaft mit den schwerwiegenden Schäden und Verlusten in Folge des Klimawandels umgeht,  wurden in Bonn nur minimale Fortschritte erzielt. "Und das, obwohl durch die Präsidentschaft Fidschis und die Präsenz vieler Betroffener kaum deutlicher hätte werden können, dass der Klimawandel schon heute Millionen Menschen in Armut drängt, zur Migration zwingt und Leben kostet", betont Spiegel.

Deutschland muss Kohleausstieg umsetzen

Bis zur Klimakonferenz 2018 in Polen und der endgültigen Verabschiedung des Regelbuches muss nun alles getan werden, damit es nicht bei bloßen Absichtserklärungen bleibt. Deutschland hat bisher zu wenig dafür getan, das eigene und wenig ambitionierte Ziel der Emissionsreduktionen von 40 Prozent bis 2020 zu erreichen. "Derart kann man andere Länder nicht dazu motivieren, eine Strategie zu entwickeln, die Armutsbekämpfung, Klimaschutz und die Wahrung der Menschenrechte zusammenbringt", so Spiegel. Von der künftigen Bundesregierung erwartet MISEREOR daher, dass sie ihre Klimaschutzpolitik bis zur Vertragsstaatenkonferenz in Polen erheblich verbessert. Dazu gehört auch der Beitritt in die globale Allianz für den sozialverträglichen Kohleausstieg ("Powering Past Coal Alliance"), die 18 Staaten – darunter die Niederlande und Großbritannien – während der Konferenz in Bonn gegründet haben.

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